Kreuzfahrt in Zeiten von Corona – ist das Urlaub?

Kreuzfahrten während der Corona-Zeit sind für viele Fans mittlerweile normal. Andere haben Bedenken, ob das wirklich Urlaub ist. Ich war mit nicko cruises unterwegs und durfte genau das ausprobieren.
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Hallo ihr Lieben,

langsam geht es wieder los mit den Kreuzfahrten. Einige Schiffe fahren bereits, andere bereiten sich auf den Neustart nach dem Corona-Lockdown vor. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr lieber eine Hochsee- oder eine Fluss-Kreuzfahrt machen möchtet – Angebote dürften für jeden dabei sein.

Aber eine Kreuzfahrt in Zeiten von Corona? Kann man das machen? Lohnt sich das? Ist das nicht irgendwie nervig, aufgrund der Auflagen und Bestimmungen?
Natürlich muss das letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann euch aber sagen, es lohnt sich, das auszuprobieren, bevor man vorschnell urteilt.

Im August und im Oktober 2020 durfte ich mit nicko cruises Flusskreuzfahrten unter diesen strengen Hygienebestimmungen machen und habe diese Reiseform durchaus genossen.
Aber was genau erwartet einen und wie sehr schränkt das das Urlaubsgefühl ein?

Damit ihr euch ein bisschen besser für oder gegen diese Reiseform in Zeiten von Corona entscheiden könnt, schaue ich mit euch jetzt darauf, was man von den Bestimmungen merkt oder auch nicht merkt.

Vor der Reise

Bereits vor der Reise merkt ihr, dass es keine ganz normale Kreuzfahrt ist, auf die ihr gehen werdet. Mit den Reiseunterlagen gibt es einen Gesundheitsfragebogen. Hier wird z.B. abgefragt, ob ihr in den letzten Tagen bestimmte Symptome oder Kontakt zu einem positiv getesteten Menschen hattet. Die Fragen sind leicht beantwortet und haben für mich die Vorfreude nicht geschmälert. Wichtig ist, dass ihr den Fragebogen erst am Anreisetag ausfüllt, da es hier natürlich um die aktuelle Situation geht und nicht, wie der Stand zwei Wochen vor Abreise war.

Außerdem bekommt ihr ein Schreiben mit einigen Erklärungen zu den Hygienemaßnahmen während der Reise und dem Hinweis auf die zu verwendenden Masken. Um diese kommt man auf der Reise natürlich nicht drumherum. Für mich war das allerdings nicht störend. Dazu aber später mehr.

Covid-19-Test vor der Kreuzfahrt

Kurz vor eurer Kreuzfahrt habt ihr dann den nächsten Berührungspunkt mit der aktuellen Corona-Situation: Es geht zum Covid-19-Test.

Jenachdem welche Reise ihr macht und welchen Anbietet ihr wählt, müsst ihr einen PCR-Test machen lassen. In unserem Fall wurde, direkt an Bord, ein Antikörper Schnelltest gemacht. Mittlerweile setzt nicko cruises hier auf einen Antigen-Schnelltest, wie man ihn aktuell gut durch die Medien kennt.

Vor Reisebeginn erinnert der Test daran, dass ihr nicht auf eine normale Kreuzfahrt geht. Hinderlich für das Urlaubsgefühl ist der aber nicht.

Im letzten Jahr war es noch so, dass, je nach Anbieter, auch auf einen Test verzichtet wurde. Ich persönlich habe mich durch den Test etwas sicherer gefühlt. Ob dieses Jahr jemand überhaupt ohne einen Test oder eine Impfung an Bord darf, bleibt sicher noch abzuwarten.

Für den Test gilt: Natürlich, das ist sicher ein Moment, der eher in die unangenehme Ecke einzuordnen ist. Aber nach kurzer Zeit ist das überstanden und für den Rest des Urlaubs ganz sicher vergessen.

Während der Kreuzfahrt: Wie hinderlich sind Maske und Schutzmaßnahmen?

Mit negativem Testergebnis steht eurer Kreuzfahrt dann nichts mehr im Weg. Aber damit beginnt dann auch der Teil, der euch vermutlich am meisten Zweifeln lässt. Denn natürlich sind Kreuzfahrten in der aktuellen Lage anders als das, was man bisher kennt. Aber wie störend sind die Maßnahmen und wie nervig sind die Masken wirklich?

Wer im Alltag gut mit den Masken zurecht kommt, den werden sie an Bord nicht weiter einschränken. Denn in der Regel benötigt ihr die Masken hier nur, wenn ihr euch an Bord bewegt oder der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
Genaugenommen ist das also dann, wenn ihr von der Kabine zu eurem Platz in der Bar/Lounge oder dem Restaurant lauft bzw. ihr euch generell in den öffentlichen Bereichen bewegt.
Habt ihr euren Platz am Zielort eingenommen, kann die Maske abgenommen werden. An Deck benötigt ihr die Maske in den meisten Fällen auch nicht. Auch hier gibt es also eigentlich keine echte Einschränkung.

Was Bordleben und Bordunterhaltung angeht, so gibt es hier und da kleine Veränderungen oder Einschränkungen. Diese sind sicher für manche von euch störender, für andere weniger störend. So sind manche Aktivitäten teilweise vielleicht nicht möglich oder das Bordleben wird etwas anders organisiert.


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In meinem Fall war es z.B. so, dass nicko cruises die Flusskreuzfahrt-Gäste in zwei Gruppen eingeteilt hat. So hatten wir nahezu zwei Kreuzfahrten in einer. Diese Gruppen hatten dann jeweils verschiedene Tischzeiten, andere Startzeiten für Landausflüge etc.
Das war dann immer etwas blöd, wenn ich in der frühen Gruppe für das Frühstück eingeteilt war oder wir gerade abgelegt haben, wenn ich beim Mittagessen oder Abendessen war. Ansonsten war aber auch das keine Einschränkung die der Rede wert ist und letztlich sind meine Kritikpunkte hier sicher sehr subjektiv.

Im aktuellen zehn-Punkte-Plan des Infektionsschutz-Konzeptes betont nicko cruises allerdings, dass die Gästeanzahl an Bord bewusst klein gehalten wird, um auch im Restaurant und der Lounge noch mehr Abstand zu gewährleisten.

Was für mich persönlich etwas mehr einschränkte war der Wegfall des Light-Lunches. Das mag für viele von euch natürlich weniger ins Gewicht fallen. Ich hätte, gerade mittags, häufig gerne die Möglichkeit gehabt, etwas „ungezwungener“ und „freier“ und in einer mir gerechten Portionsgröße gegessen. ABER auch das war durchaus zu regeln und ist für mich kein echter Minuspunkt.
Wenn ihr euch für eine Hochsee-Kreuzfahrt entscheidet, dürfte sich die Essensfrage aber natürlich ohnehin eher weniger stellen.

Insgesamt gibt es so aber auf jeder Kreuzfahrt im Moment situationsbedingte Einschränkungen. Dazu zählt auch, dass einige Angebote nur mit vorheriger Anmeldung wahrgenommen werden können. Auch diese, die man in normalen Zeiten einfach so nutzen kann. Aber auch das sollte in den wenigsten Fällen wirklich stören.

Die restlichen Infektionsschutzmaßnahmen laufen eher nebenbei ab, ohne groß zu stören. Der tägliche Pflichttermin zum Fiebermessen ist schnell erledigt – bei uns auf dem Fluss war das jeden Tag vor dem Frühstück. Und dass noch häufiger als sonst desinfiziert und gereinigt wird, sieht man zwar hin und wieder, aber das sollte wirklich niemanden stören – zumal es der eigenen Sicherheit dient.

Landausflüge

Der Punkt, der im Moment – zumindest bei Hochsee-Kreuzfahrten – wohl am meisten einschränkt, sind die Landausflüge. Diese sind hier aktuell leider nicht individuell durchzuführen. Wer vom Schiff will, muss das also zwangsläufig über einen Ausflug der Reederei machen.

Landausflüge werden auf Hochsee ausschließlich in über die Reederei gebuchten Ausflügen ermöglicht. Auf dem Fluss war das – zumindest letzte Saison – auch individuell möglich.

Bei meinen Flusskreuzfahrten im letzten Jahr (eine komplett innerhalb Deutschlands, die andere nahezu) gab es diese Einschränkung nicht. Hier konnte man, wie gewohnt, auch auf eigene Faust die Umgebung erkunden.

Wie das gehandhabt werden kann, wenn auch die Flusskreuzfahrtschiffe hier wieder starten dürfen, bleibt abzuwarten.

Zu erwähnen wäre noch, dass ihr im Bus – falls ihr diesen für einen Ausflug nutzen müsst – durchgängig die Maske aufhaben müsst. Wer hier Probleme hat, eine Maske über längere Zeit zu tragen, sollte sich darüber also auch Gedanken machen.

Wie risikoreich ist eine Kreuzfahrt in der Corona-Zeit?

Was für den Einen vielleicht die „störende“ Maske ist, ist für den Anderen die Angst, sich während der Reise doch mit Corona zu infizieren. Keine Frage, beides kann das Urlaubserlebnis negativ beeinflussen. Daher ist sicher auch nicht ganz uninteressant, sich anzuschauen, wie sicher bzw. risikoreich eine solche Kreuzfahrt in der Zeit von Corona ist.
Natürlich bin ich kein Wissenschaftler und möchte und kann euch hier nicht mit Statistiken und Zahlen zuschütten. Aber ich versuche einfach mal, das Risiko für euch etwas zu beleuchten. Vielleicht hilft euch das dann, bei der Abwägung, ob ihr bucht oder nicht.

Soviel, denke ich, kann man aber vorab bereits sagen: Ja, das Risiko sich während einer Kreuzfahrt mit Corona zu infizieren ist da. Dessen solltet ihr euch bewusst sein. Gerade dann, wenn ihr oder nächste Angehörige zur Risikogruppe gehört.
Das heißt aber keinesfalls, dass ein Kreuzfahrtschiff ein Infektionsherd ist. Im Gegenteil: Die Veranstalter und Reedereien haben durchdachte Infektionsschutzkonzepte, die – soviel sieht man bei aktuell stattfindenden Kreuzfahrten – greifen, wenn es zum „Ernstfall“ kommt. Außerdem bestätigte das RKI kürzlich erst, dass Reisen nicht im großen Maße zum Infektionsgeschehen beitragen.

Das Risiko sich zu infizieren liegt größtenteils an eurem Verhalten während der Reise. Ein Kreuzfahrtschiff ist nicht zwangsläufig ein coronafreier Raum – auch wenn vorab getestet wird und somit das Risiko zumindest überschaubar ist. Das scheinen manche aber an Bord zu vergessen.
Auch an Bord gilt also: Abstand halten und regelmäßig die Hände waschen und desinfizieren. Wer gerne in geselliger Runde mit fremden Gästen seine Abende verbringt, für den steigt das Risiko natürlich. Denn, wie zuhause auch: Niemand weiß, wie gut sich der jeweils andere an die Regeln hält. Und im Supermarkt würdet ihr ja sicher auch nicht ohne Maske und ohne viel Abstand mit einem fremden Kunden schnacken.

Sich selber an Bord zu schützen heißt aber auch bewusst eine FFP2-Maske tragen, wenn es sinnvoll ist und für den Gang zum Landausflug oder zum Abendessen genug Zeit einzuplanen. Sollte es sich hier knubbeln, schaut man sich das vielleicht besser von weitem an.

Wer diese Sachen entspannt meistert, der muss an Bord keine große Angst haben sich zu infizieren. Allerdings möchte ich hier betonen, dass natürlich immer ein Restrisiko bleibt. Auch dann, wenn ihr und der Veranstalter das Bestmögliche geben. Manchmal sind es kleine Unachtsamkeiten oder das Verhalten eines einzelnen anderen, das ihr in dem Moment nicht beeinflussen könnt. Aber auch das ist wie im normalen Alltag auch.

In manchen Fällen, insbesondere bei Busfahrten, kann es sein, dass ihr über längere Zeit nicht sehr viel Abstand zu anderen Gästen halten könnt. Allerdings sind die Sitzreihen im Bus natürlich auch Immer ein wenig voneinander entfernt.
Solltet ihr hier, trotz FFP2-Maske, Bedenken haben, lohnt es sich solche Situationen vorab zu prüfen und sich ggf. dann lieber gegen einen Landausflug zu entscheiden oder klären, ob es Alternativen gibt.

Wenn ihr das alles beachtet, euch, was das Verhalten angeht, unter Kontrolle habt und nicht allzu ängstlich seid oder sein müsst, dann könnt ihr an Bord eine entspannte Zeit verbringen. Nicht zuletzt auch, weil die Konzepte gut erprobt und durchdacht sind.

Lohnt sich eine Kreuzfahrt in der Corona-Zeit?

Nachdem wir uns jetzt gemeinsam angeschaut haben, wo die Unterschiede zu einer „normalen“ Kreuzfahrt liegen und was vielleicht stören kann, kommt jetzt meine ganz persönliche Einschätzung darüber, ob sich eine Kreuzfahrt zu Corona-Zeiten lohnt und ob das wirklich Urlaub ist.

Die Zeit an Bord dient auch in der Corona-Lage als echte Auszeit vom Alltag. Gute Infektionsschutzkonzepte sorgen für bestmögliche Sicherheit – wenn man sich selbst gut genug unter Kontrolle hat.

Als mich nicko cruises Mitte letzten Jahres gefragt hat, ob ich Lust hätte, mich von dem Infektionsschutzkonzept und dem Urlaubsgefühl persönlich zu überzeugen, habe ich mich natürlich erstmal gefreut. Klar, vorab waren drei Kreuzfahrten ausgefallen und ich hatte kaum noch damit gerechnet, dass ich überhaupt in dem Jahr irgendwo an Bord komme. Und so langsam konnte ich einen Tapetenwechsel auch wirklich gebrauchen.
Aber natürlich kamen auch Überlegungen, ob ich mich an Bord sicher fühle und ob die ganzen Maßnahmen nicht das Urlaubsgefühl schmälern. Insgesamt waren diese Zweifel völlig zu Unrecht.

Den „Programmpunkt“ der mir persönlich am meisten Sorgen bereitete – der Test zu Beginn der Reise – war schnell abgehandelt und nicht der Rede Wert. Und danach?

Für mich gab es nicht einmal das Gefühl irgendwo eingeengt zu sein. An die Maske haben wir uns doch mittlerweile ohnehin alle gewöhnt und das Fiebermessen vor dem Frühstück war nicht wirklich hinderlich. Einzig das frühe Aufstehen für das Frühstück, wenn wir die erste Essensgruppe waren, war eher wenig urlaubsgerecht. Insbesondere, wenn man sich als Frau ja morgens doch noch ein wenig fertig machen möchte. Meistens habe ich das dann auf nach dem Frühstück verlegt.

Alles in allem konnte ich zwei mal die Woche an Bord vollends genießen und habe nicht einmal das Gefühl gehabt in einer gezwungenen Atmosphäre zu sein. Ja, auf dem Schiff neigt man schnell dazu zu vergessen, in welcher Situation wir sind. Daher habe auch ich hier und da sicher nicht immer Abstände korrekt eingehalten. Das gilt insbesondere, wenn, wie oben beschrieben, im Treppenhaus für die Landausflüge gewartet wurde oder jemand auf dem Kabinengang entgegen kam. Aktuell würde ich hier sicher noch ein bisschen umsichtiger sein, ABER das liegt ja immer an der Disziplin eines jeden Einzelnen.

Das gewünschte Urlaubsgefühl gibt es also auf jeden Fall – auch mit Maske.

Was die Infektionszahlen angeht, so möchte ich noch sagen, dass wir bereits auf einige Fahrten mit eben dieser besonderen Situation zurückblicken können. Die Infektionsfälle gab es, das muss sicher niemand verstecken. Aber sie waren, verglichen mit der Gästeanzahl, gering. Und wenn jeder auf sich selbst und auf andere achtet, dürfte das auch für die anstehenden Reisen so bleiben.

Wenn ihr Fragen zu meinen Reisen und/oder zu bestimmten Abläufen habt, meldet euch gerne bei mir. Am besten geht das über meine Social Media Accounts auf Instagram und Facebook. Oder aber ihr schreibt mir eine Mail an Anja(at)deck8-kreuzfahrtblog.de

Natürlich könnt ihr euch auch melden, wenn ihr noch Bedenken habt, ob eine solche Reise etwas für euch ist. Ich gebe mein bestes, das dann mit euch zusammen rauszufinden.

Liebe Grüße, Anja

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